Dr. Gertrud Wasserzug-Traeder

Der Wert des Alters

„Jesus Christus gestern  und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“

Hebräer 13, 8

Altwerden ist nicht leicht! Das emp­finden wir wohl alle, wenn wir den sech­zigsten oder siebzigsten oder gar den achtzigsten Geburtstag gefeiert haben. Es stellen sich so manche körperliche Schwachheiten und Gebrechen ein, an die wir früher nicht gedacht haben. Es wird alles so beschwerlich, und wir müs­sen es uns eingestehen, dass wir eben nicht mehr viel leisten können und immer mehr auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Der Kreis des Lebens wird kleiner, die nächste Generation übernimmt die Führung, und wir müssen zurücktreten und abgeben, was einmal zu unserer Le­bensaufgabe gehörte. Das ist nicht leicht. Wehe dem, der zu sehr an dem hängt, was ihm einmal gehörte! Er trauert einer Zeit nach, die nie wiederkommt, er wird unzufrieden und missmutig werden, und das Leben wird für ihn eigentlich keinen Sinn mehr haben. Er wartet nur noch auf den Tod und meint, dass er dann von allem Schweren erlöst wäre.

Aber muss das so sein? Ist wirklich das Alter nur ein Verzicht auf das wahre Leben? Nein, so ist es nicht. Unser Gott hat das Leben des Menschen bestimmt und eingeteilt in die Zeit des Werdens in der Jugend, der Höhe des Lebens in den so genannten besten Jahren und in die Zeit der Reife in unserm Alter. Jede Zeit hat ihren besonderen Sinn und ihre be­sondere Aufgabe. Natürlich ist die Ju­gendzeit schön, aber wer möchte immer Kind bleiben? Das Werden hat doch ein Ziel, der erwachsene Mann, die erwach­sene Frau soll werden, die mitten im Le­ben stehen und die Lebensaufgabe be­wältigen. Aber auch diese Zeit ist nur eine Vorbereitung für das Nächste, eben für das Alter, die Zeit der Reife.

Wir müssen nun diese letzte Lebens­zeit einfach einmal in ihrer besonderen Bedeutung für uns persönlich und für andere sehen, damit wir ein inneres Ja zum Altwerden finden und die ganz neuen Aufgaben erkennen und erfüllen, die uns nun gegeben sind. Davon wird es abhängen, ob unsere letzten Lebens­jahre voller Inhalt und Freude werden, oder ob sie nur ein Klagen über Verzicht und Schwierigkeiten sind.

Die große Gabe des Alters ist doch zunächst die Stille, die uns in reicherem Maße als früher geschenkt wird. Hast du dich in dem Getriebe und der Unruhe der Arbeit nicht oft nach dieser Stille ge­sehnt? Nun hast du sie — warum klagst du darüber? Warum nimmst du sie nicht vielmehr als Gabe deines Gottes an? Warum gebrauchst du diese Stille nicht? Oft bist du allein, die andern haben so viel zu tun und können nicht immer bei dir sein. Dann mögen stille schlaflose Stunden in der Nacht kommen, du klagst darüber, statt dich über die Stille zu freuen, die dir zuteil wird. Es kommen auch Zeiten der Krankheit, vielleicht Wochen auf dem Krankenbett, auch in diesen Zeiten wird dir die große Gabe der Stille zuteil. Nütze sie doch aus! Aber wie?

In der Stille des Alters gehen unsere Gedanken zuerst in die Vergangenheit. Es taucht so vieles wieder auf, was wir in der Jugend erlebt haben, dann wieder stehen die Freuden und Leiden der spä­teren Jahre so anschaulich vor uns wie lebendige Bilder. Wir denken an unsere Familie, an das Leben im Beruf, aber auch an viele Enttäuschungen, an schwe­re Stunden an offenen Gräbern. Wie gern erzählst du vielleicht von allem, was du im Leben geleistet hast und sonnst dich in der Anerkennung der Menschen.

Aber sind dir in der Stille der Nacht oder in den Stunden der Krankheit auch schon die Sünden deiner Vergangenheit groß und schwer geworden? Hast du mit Schrecken an Versäumnisse gedacht in den vergangenen Jahren, besonders an die Versäumnisse den nächsten Ange­hörigen gegenüber? Wäre vielleicht doch vieles anders gewesen, wenn du mehr Liebe, mehr Geduld und mehr Vergebung gehabt hättest? Es mag sein, daß du im­mer deine Pflicht getan hast, daß dir nie­mand etwas nachsagen kann, daß du überall geachtet und geehrt wurdest. Aber lass doch einmal das helle Licht des heiligen Gottes in deine Vergangenheit leuchten. In unserem Alter müssen wir doch jeden Tag damit rechnen, daß wir abgerufen werden aus diesem Leben und dann plötzlich vor dem lebendigen Gott stehen, dessen Augen sind wie Feuer­flammen. Es ist wahr, was die Bibel sagt:

„Es ist dem Menschen gesetzt, ein­mal zu sterben, darnach aber das Ge­richt." Hebräer 9, 27.

Wenn du mit deinen Sünden durch das Tor des Todes gehst, so ist es zu spät für die Gnade Gottes. Darum gerade schenkt uns Gott die Jahre des Alters. Er möchte so gern, solange wir noch auf Erden sind, mit uns über unsere Vergangenheit re­den, Er will uns sagen, wie Er sie an­sieht, um sie zu ordnen, ehe wir durch die Tür der Ewigkeit gehen. Lass es doch zu, dass Er dir durch den Heiligen Geist zeigt, wie Er über jeden Menschen, also auch über dich urteilt. Die Bibel sagt:

„Kann auch ein Reiner kommen von den Unreinen — auch nicht Einer!" Hiob 14, 14.

„Es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben soll­ten." Römer 3, 23.

„Alle unsere Gerechtigkeit ist vor ihm wie ein unflätig Kleid." Jesaja 64, 5.

Vielleicht fragst du dich: was habe ich denn eigentlich Böses getan? Ich habe doch recht gelebt! Aber Gott sieht eben alles, und Er sieht tief in unser Herz, und bei Ihm ist kein unrechtes Wort, kein unreiner Gedanke und keine böse Tat vergessen. Denke einmal, du hättest jeden Tag nur eine einzige Sünde getan, vielleicht ein unfreundliches Wort, ein hässlicher Gedanke oder eine kleine Lüge. Das ist nicht viel, nur eine Sünde täglich, aber es macht 365 Sünden im Jahr, und das gibt eine recht ansehnliche Last von Sünden allein in den letzten 20 oder 30 Jahren. Und wenn Gott sie alle weiß / und alle im Gedächtnis behalten hat— / dann ist es vorbei mit aller Selbstgerech­tigkeit vor Ihm. Dann kannst du nur be­kennen:

„Ich erkenne meine Missetat und mei­ne Sünde ist immer vor mir!" Psalm 51, 5.

Und du kannst nur noch flehen:

„Gott sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit! Wasche mich wohl von meiner Misse­tat und reinige mich von meiner Sün­de." Psalm 51, 3-4.

Ein solches Gebet hört unser Gott immer, und Er antwortet darauf mit dem Namen „Jesus". Jesus heißt Heiland, Erlöser, Seligmacher! Jesus ist der Sohn Gottes, der auf diese Erde kam, um die Sünden der Welt auf sich zu nehmen als wären es Seine eigenen Sünden. Er trägt tat­sächlich auf Seinen Schultern die Sünden aller Menschen, also auch deine Sünden und alle deine Versäumnisse. Wer die Sünden auf sich nimmt, der muss für die Sünden bezahlen. Wer für den Sünder bürgt, der muss als Stellvertreter und Bürge die ganze Schuld auf sich nehmen und sühnen.

Das hat Jesus Christus getan, als Er am Kreuz von Golgatha Sein Leben in Seinem Blut dahingab. Da wurden deine Sünden bezahlt und deine Schuld ge­sühnt.

Das Wort Gottes bezeugt dir:

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht ver­loren werden, sondern das ewige Le­ben haben!" Johannes 3, 16.

Gott meint dich mit diesem Wort! Er hat dich so geliebt, dass Er deine Sünden auf Jesus legte und die Bezahlung deiner Strafe durch Ihn annahm.

Was willst du nun tun? Willst du dei­nen Bürgen Jesus Christus annehmen? Willst du mit deinem eigenen Namen unterschreiben, dass du die Bezahlung aller deiner Sünden durch Jesus, den Ge­kreuzigten annimmst? Ja — oder Nein? Wie könntest du jetzt, so nahe der Ewig­keit, so nahe dem Richterstuhl Gottes, diese volle Begnadigung, den Erlass aller Strafe ablehnen? Das wäre doch ein unverantwortlicher Leichtsinn! Also sage doch „Ja" und dieses kleine Wort lässt mit einem Male alle deine Sünden in dem Meer der Gnade Gottes verschwinden. Gott hat sie vergessen, denn Er sagt:

„Ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen, ich gedenke deiner Sün­den nicht!" Jesaja 43, 25.

Das ist eine herrliche Gewissheit. Du darfst nun danken und beten: „Ich danke dir, mein Heiland, dass du mir alle meine Sünden vergeben hast!" Es liegt nun kein Schatten mehr über deiner Vergangen­heit, auch die geheimsten Sünden sind dir vergeben!

Dann wird der Rückblick auf unsere Vergangenheit zu einem Lobe Gottes. Wir möchten jubeln und singen mit dem Psalmlied:

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat, der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barm­herzigkeit." Psalm 103, 2-4.

Es ist so recht die Aufgabe des Menschen im Alter, Gott zu loben über allem, was Er uns in unserem langen Leben an Güte und Geduld, an Liebe und Treue erwiesen hat.

Aber auch das Alter kennt ein Heute, eine Gegenwart mit besonders schweren Aufgaben. Früher haben wir die Arbeit hoch geschätzt, wir verfolgten irdische Ziele, es lag uns daran, die Gegenwart zu meistern, Geld und Gut standen hoch im Kurs. Ist denn ein Mensch wirklich wert­los, der nicht mehr arbeiten kann? so fra­gen wir uns jetzt. Gibt es wirklich nichts anderes als die Güter dieser Erde, die uns jetzt entschwinden? Was hat mir nun all mein Jagen und Rennen genützt? Ich muss doch alles zurücklassen und andere wer­den mein Geld und Gut nach ihrer Will­kür gebrauchen oder vergeuden.

Was bleibt mir heute noch vom Le­ben? Der Herr, dein Gott schenkt dir die Stille des Alters, um dir eben diese Frage zu beantworten. Was dir noch vom Le­ben bleibt? Du bist im Alter in die wert­vollste Zeit deines Lebens eingetreten.

Du siehst jetzt erst die Dinge, wie sie wirklich sind! Wie vergänglich ist alles Irdische, wie schnell zerrinnt Geld und Gut! Was nützt einem alten Menschen, der wenig Kraft hat und die Schwäche des Leibes spürt, noch all sein Reichtum? Es ist doch alles wie Staub und Rauch.

„Alles ist eitel", sagt die Bibel. Das ist die Wahrheit! Aber dabei bleiben wir nicht stehen: Es geht uns nun eine ganz neue Welt auf, eine neue wahrhaftige Wirklichkeit, die nicht vergeht. Das Men­schenherz sehnt sich nach mehr als nach irdischem Reichtum, es verlangt nach einem Herzen, das ihm offen steht in wahrhaftiger Liebe und das ewiglich bleibt. Jesus Christus ist nicht nur der Gekreuzigte, Er ist auch der Auferstan­dene, Er lebt heute. Jesus Christus heute — das ist der Lebensinhalt eines Men­schen, dessen Vergangenheit mit dem Blute Jesu zugedeckt ist.

Dein Herz braucht die große, unver­gängliche Liebe Jesu. Wie viele Men­schen, die du lieb hattest, wurden dir durch den Tod entrissen. Es ist immer einsamer geworden um dich. Du leidest unter dem Alleinsein, du kannst dich nie­mandem mehr so recht anvertrauen, man versteht dich nicht und du schließt dich mehr und mehr ab von deiner Mitwelt. Aber hier ist Einer, der immer da ist, und der immer Zeit hat, mit dem du reden kannst, was du willst, der sogar das Seuf­zen des Herzens versteht.

Jesus Christus ist der lebendige Herr über alles, und Er sagt zu dir:

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!" Matthäus 28, 20.

Er ist immer da — und Seine Gegenwart ist wie die Wärme und das Licht der Sonne.

Er ist derselbe, der gesagt hat:

„Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet!" Jesaja 46, 4.

Und Er hat dir versprochen:

„Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!" Jesaja 43, 5.

Nun bekommt deine Gegenwart einen neuen Inhalt, den ich nennen möchte: Gemeinschaft mit Jesus! Er redet in der Bibel zu dir, jedes Wort Gottes darfst du ganz persönlich für dich nehmen — und du redest zu Ihm im Gebet.

Da kannst du Ihm alle deine Sorgen sagen, ob du Angst hast vor Schmerzen oder vor Krankheit, ob dich finanzielle Sorgen drücken oder die Not deiner An­gehörigen. Er weiß immer Rat, denn Er hat gesagt:

„Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen wer­det." „Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles bedürft." Matthäus 6, 25.32.

In der Gemeinschaft mit dem lebendigen Heiland Jesus Christus kommen alle Fra­gen und Sorgen zur Ruhe. Das ist eine große Entspannung für uns, es tut uns so wohl und wir vergessen uns selbst und unsere Nöte.

Dann werden uns die Augen geöffnet für die Not der ändern, für die Sorgen unserer Angehörigen, für die Hungern­den in der Welt, für alle, die in tiefster Not fern von Gott leben, ohne Frieden und ohne Freude.

Und nun werden wir zu wahren Betern, zu Priestern für unsere Familie, für unsere Gemeinde, für unser Dorf oder unsere Stadt, ja, für die ganze Welt.

Fürbitte ist die größte Macht, die es auf Erden gibt, und darum ist die Auf­gabe des Gebets, die der Herr gerade dem Alter anvertraut hat, die größte und wichtigste Arbeit, die es überhaupt gibt.

Ist es nicht herrlich, dass du dem Throne des allmächtigen Gottes nahen darfst, wo Christus erhöht ist zur Rech­ten Gottes — und du darfst dort eine freie Audienz haben und deine Anliegen für deine Familie und für alle Menschen vorbringen? Gibt es eine höhere Auf­gabe? Gewiss nicht!

Wir haben die Versicherung, dass der Herr unsere Gebete hört und dass Er un­sere Fürbitte erfüllt nach Seinem heiligen Willen. Wenn wir um irdische Dinge bit­ten, kann Er oft auch Nein sagen, aber wenn wir um die Rettung von Menschen­seelen bitten, so erhört Er uns, denn Er hat gesagt:

„Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun!" Johannes 14, 14.

Jede Stube eines alten Menschen, ja jedes Krankenbett kann zu einem Heilig­tum werden, wo man die Gegenwart Gottes spürt, so dass viele, die da kom­men, tief gesegnet werden. Es ist doch das Wichtigste, dass unser Leben dazu diene, daß wir unsterbliche Menschen­seelen mit uns in den Himmel bringen. Wirst du Menschenseelen mitbringen, wenn Gott dich ruft und du vor Ihm er­scheinst? Dann wirst du von dem Herrn selbst die Krone der Ehren empfangen. Also, nütze die Stille aus, die Gott dir gibt, für die größte Aufgabe deines Le­bens.

Wir wissen im Alter so genau, daß unsere Tage gezählt sind, der Tod steht vor uns und kommt uns immer näher. Der Tod ist der Feind des Menschen, der Tod ist am Anfang nicht gewesen, son­dern er kam über den Menschen als Folge der Sünde. Wir sind alle Sünder und darum ist in unserem Leibe der Same des Todes. Jeder Mensch hat Angst vor dem Tod und fragt sich: was wird nach dem Tode sein? Die Menschen sagen oft: Mit dem Tode ist alles aus! Aber das ist eine Lüge, und jeder Mensch weiß, daß das Leben nach dem Tode weitergeht, er spürt es in seinem Herzen und in seinem Gewissen. Wie oft bewegt uns im Alter die Frage: geht es nun dem Tode ent­gegen? Und wenn es so wäre, ist es dir eine Freude — oder hast du Angst?

Allein durch das Tal des Todes gehen zu müssen, ist allerdings schwer, sehr schwer! Menschen können dich nur bis an die Pforte begleiten, dort bleiben sie zurück. Aber Einer kann mit dir gehen: Das ist Jesus Christus, der Auferstan­dene. Er hat den Tod besiegt, denn Er ist vom Tode erstanden. Alle Schrecken des Todes müssen also vor Ihm zurückwei­chen. Wenn du an Seiner Hand gehst, so bist du ganz sicher. Bei Ihm ist lauter Licht. Er weiß den Weg, und Er führt dich durch den Tod hinein in das Vater- haus. Wir haben doch nicht nur den Leib, der im Tode zerfällt, sondern wir haben einen neuen, lebendigen Geist, einen in­neren Menschen, wenn wir Jesu Eigen­tum sind. Er hat in der Stunde Seines Todes gebetet:

„Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist!"

Bete doch dasselbe, wenn deine Sterbe­stunde naht. Dann wirst du die gewal­tige Herrlichkeit des Siegers über den Tod erfahren.

Er hat uns die Stätte bereitet, wo un­ser Geist sofort, in der Sekunde des To­des, sein wird, denn Er hat gebetet:

„Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit se­hen." Johannes 17, 24.

Du wirst also „daheim sein bei dem Herrn!" Du wirst Jesus Christus schauen und mit unaussprechlicher Freude über Seine Liebe zu dir erfüllt sein.

Es lohnt sich für das Kind Gottes, zu sterben! — Das Schönste kommt doch erst! Dieses irdische Leben ist nur eine Vorbereitung zu der ewigen Herrlichkeit, nur eine Sekunde im Vergleich zur Ewig­keit.

Unser Leib sinkt in das Grab und ver­west, er wird zu Staub, denn er wurde aus Staub bereitet. Aber ein Same des Lebens ist in unserm Leib. Jeder Mensch wird auferstehen. Der Geist des Men­schen wird sich bei der Auferstehung wieder mit dem neuen Leibe vereinigen. Aber es ist ein großer Unterschied zwi­schen der Auferstehung des Ungläubi­gen, der das Heil in Jesus Christus nicht angenommen hat und der Auferstehung des Gläubigen, des Kindes Gottes, das die Gnade Jesu Christi erfahren hat. Die Bibel sagt:

„Viele, die unter der Erde schlafen liegen,  werden  aufwachen;   etliche zum ewigen Leben und etliche zu ewiger Schmach und Schande." Daniel 12, 2.

Wie wichtig ist also der Glaube an Jesus Christus, der da bleibt in Ewigkeit!

Wer hier auf Erden das ewige Leben empfangen hat, als er gläubig wurde, der wird mit Ihm leben in der ewigen Herr­lichkeit.

Jesus hat uns versprochen und gesagt:

„In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.

Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin!" Johannes 14, 2-3.

Die Stille des Alters ist dir gegeben, da­mit du dich von dieser Erde immer mehr lösen lässt und dein ganzes Herz erfüllt wird mit dem Heimweh nach der ewigen Herrlichkeit, in der du vereint mit dei­nem Heiland Jesus Christus in Ewigkeit mit Ihm regieren wirst und dich in Ihm freuen wirst. Das Geheimnis eines fro­hen Alters ist also Jesus Christus. Er ist derselbe gestern, heute und in alle Ewig­keit.

 

 

Dr. Gertrud Wasserzug-Traeder