Theo Lehmann
[Himmelfahrt]
Apostelgeschichte 1,6–11*
Liebe Freunde,
zwei Männer sitzen im Gasthaus und essen zu Mittag. Es kommt der Ober zum Kassieren und fragt den ersten: "Was hatten Sie?" Sagt der: "Ich hatte ein Schnitzel, ein Bier." Da fragt er den zweiten: "Was hatten Sie?" Sagt der: "Ich hatte Hunger und Durst."
Um eine Frage richtig zu beantworten, da muss man sie erst mal richtig verstehen beziehungsweise richtig verstehen wollen. Zum Beispiel die Frage: "Was wissen Sie über die Verschmutzung der Weltmeere?" Antwort: "Wird immer schlimmer. Neulich hab ich ne Fischdose aufgemacht, alles voller Öl und alle Fische tot." Es gibt nicht nur Leute, die falsche Antworten geben, es gibt auch Leute, die falsche Fragen stellen. Zum Beispiel als Jesus von den Toten auferstanden war, da hat er ja mit seinen Jüngern zusammen geredet hinterher. Und da haben seine Jünger ihn mal gefragt, Apostelgeschichte 1 steht das: Herr, wirst du jetzt in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Man muss sich mal vorstellen, Jesus hat zwischen Auferstehung und Himmelfahrt 40 Tage lang mit seinen Jüngern, so heißt es hier, über das Reich Gottes geredet. Und die haben nach 40 Tagen Gesprächen immer noch nicht kapiert, worum es geht. Wenn Jesus von dem Reich Gottes redet, dann meint er, wenn du Gottes Willen tust, wenn du dich bekehrst, wenn du als Kind Gottes lebst, dann gehörst du zu Gottes Reich.
Aber die Leute, die verstanden damals unser Reich Gottes was irdisches, also so eine Art Staatswesen und was, was Grenzen hat zum Beispiel. Die hatten ganz bestimmte Vorstellungen, wie das sein musste, am besten so, wie es in der guten alten Zeit war, als der König David noch herrschte. Und deshalb fragen sie hier jetzt auch: Wirst du jetzt das Reich Israel wiederherstellen? Aber Jesus stellt nicht was wieder her, was schon mal da gewesen ist, sondern der stellt was auf die Beine, was noch nie da gewesen ist. Sein Reich ist was absolut Neues. Da ist die Liebe die Regierungsform und auch die erste Bürgerpflicht. Wo gibt es sonst in der Welt noch sowas? In keiner einzigen Verfassung auf dieser Erde kommt das Wort "Liebe" vor. Es entstehen immer wieder neue Staatswesen, das reicht von der Diktatur bis hin zur Demokratie.
Aber das Grundprinzip jedes Staatswesens ist die Gewalt. Ohne Gewalt kann kein öffentliches Staatswesen funktionieren. Und kein Reich dieser Welt hat jemals das verwirklicht und noch nicht einmal behauptet, es verwirklichen zu können oder zu wollen, was Jesus über das Reich Gottes gesagt hat:
Das ist ein Reich ohne Leid, ohne Krankheit, ohne Schmerzen und ohne Tod. Das sind die Kennzeichen unserer Welt. Und Jesus sagt, in einem Reich Gottes, da wird es eben diese Kennzeiche nicht mehr geben. Da gibt es kein Leid, keinen Tod und keinen Schmerz. Mit Jesus hat das Reich Gottes angefangen und irgendwann ist es vollendet, nämlich wenn Jesus wiederkommt. Und deshalb nun die Frage der Jünger: "Wann? Wann ist es so weit?" Jesus weigert sich, diese Frage zu beantworten und lässt die Jünger abblitzen und sagt, das geht euch überhaupt nichts an, die Zeit oder Stunde zu wissen, welche der Vater in seiner Macht bestimmt hat. Wer die Frage nach dem "Wann" stellt, der erhält von Jesus eine Abfuhr und das gilt auch für alle die, die bis zum heutigen Tage solche Fahrpläne aufstellen für die Endzeit und die sogar genaue Ankunftszeiten angeben. Zum Beispiel haben die Bibelforscher, also die Zeugen Jehovas, das Ende dieser Welt in diesem Jahrhundert schon sechsmal angekündigt. Also schon diese sechsfache Lüge alleine genügt als Beweis dafür, dass diese Zeugen Jehovas mit der Bibel und Jesus überhaupt nichts zu tun haben. Aber das sind ja nicht nur die Zeugen Jehovas, die solche Rechnungen anstellen. Vor ungefähr 30 Jahren da ist ein riesiges, dreibändiges, dickes Buch erschienen, das hieß "Heilsgeschichte in Zahlen". Wahnsinnig große Rechnerei und da ist zum Beispiel angegeben worden, der 16. Oktober 1986, da sollte die Schlacht bei Harmagedon stattfinden. Hat nicht stattgefunden. Wie alle diese Berechnungen. Schiefgegangen ist es wieder mal. Wo Menschen anfangen mit dem Rechenschieber die Heilszeit auszurechnen, da steigt Jesus aus, da macht er nicht mit. Da verweigert er die Auskunft, da wird er geradezu grob, der fährt die Jünger an und sagt: "Da haltet ihr euch mal raus, geht euch überhaupt nichts an. Überlasst das Gott alleine."
Wer ein gieriges Interesse hat, rauszubekommen, wann kommt das Weltende? Der bekommt von Jesus keine Antwort. Wer neugierig Gott in die Karten gucken will, wann kommt der jüngste Tag? Für den lässt Jesus nichts gucken. Wer fanatisch die Gemüter aufheizt, so: "Wann geht es eigentlich los?", den lässt Jesus eiskalt auf Grund laufen. Und zwar aus folgendem Grund: Jesus will ja nicht die Menschen aufklären, wann das Reich Gottes kommt, sondern er will, dass jeder in das Reich Gottes reinkommt. Erst sollen mal alle Menschen die Einladung erhalten. Erst sollen sie mal alle eintreten und die Frage der Vollendung, die kriegen wir später. Hauptsache ist, dass erst mal jeder Mensch auf dieser Erde den Namen von Jesus gehört hat. Der ist nämlich das Losungswort, durch das du in das Reich Gottes reinkommst.
Da kommst du nicht rein, wenn du sagst, ich bin ein guter Mensch oder ich bin ein Humanist oder ich habe auch an einen Gott geglaubt. Und wenn da die Menschen aus den vielen Weltreligionen kommen werden und ihre Namen, ihre Götternamen rufen, Buddha oder Krishna oder Allah, dann ist das auch die falsche Losung. Denn der einzige Name, durch den du in das Reich Gottes reinkommst, der heißt "Jesus". Und die Bibel sagt, es ist in keinem anderen Namen das Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch welchen sie gerettet werden. Und deshalb müssen alle Menschen dieser Welt zunächst einmal den Namen von Jesus erfahren. An dem entscheidet sich unser Schicksal. Wenn du Jesus ablehnst, bist du verloren und wenn du ihn annimmst, dann bist du gerettet. Du hast diese Information spätestens heute Abend bekommen und du hast heute die Möglichkeit, Jesus als den Herrn deines Lebens anzunehmen. Wenn du Jesus ablehnst und weiter lebst wie bisher ohne ihn, dann ist es deine eigene Entscheidung und es ist auch deine eigene Verantwortung.
Es ist natürlich so, dass außerhalb von uns, die wir die Einladung hören, außer uns auf dieser Erde ja noch etliche Millionen bzw. Milliarden von Menschen leben, die die Einladung noch nie haben hören können. Und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, wie die diesen Namen hören können, nämlich wenn er ihnen gesagt wird. Und gesagt werden kann er nur von denen, die den Namen schon gehört haben, also von den Christen. Also mit anderen Worten, die Christen sind dazu da, um den Namen von Jesus in der Welt zu bezeugen. Und deshalb sagt Jesus hier im Vers 8: "Ihr werdet meine Zeugen sein." Das ist seine Antwort auf die Frage der ersten Christen, ob er das Reich für Israel wieder aufrichten wird. Auf ihre Frage, was er tun wird, da antwortet er denen, was sie tun werden. Und auf ihre Frage Jesus, wann geht es los, da antwortet er: "Ihr geht los. Ihr werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde."
Jesus sagt nicht: "Ihr sollt meine Zeugen sein.", sondern er sagt: "Ihr werdet meine Zeugen sein." Das ist eine Feststellung. Jesus äußert hier keine Wünsche, wie er sich seine Christen so vorstellt. Der wirbt hier nicht, der agitiert hier nicht. Sondern Jesus stellt fest: "Christsein ist Zeugesein." Und das heißt umgedreht, wer kein Zeuge ist, der ist auch kein Christ. Jesus hat ja mal gesagt, wer mich bekennt vor den Menschen, den werde ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich nicht bekennt, vor den Menschen, den werden ich nicht bekennen vor meinem himmlischem Vater. Ihr alle, die ihr euch bemüht, Christen zu sein, ihr wisst ja genau, wie schwer das ist, wenn man mal anderen Menschen von Jesus erzählen will und ein Zeugnis geben will, also ein Zeuge sein will. Meistens ist es doch so, die Situation ist ungünstig. Mal bist du nicht in Form, dann bist du wieder nicht informiert. Mal schämst du dich, mal fürchtest du dich.
Dann hast du keine Zeit, dann hast du keinen Lust, dann hat du keine Kraft. Du musst dir immer erst einen Ruck geben. Also das Zeugnis geben, das läuft nicht von alleine. Das hat Jesus gewusst. Und deshalb gibt er seinen Jüngern nicht nur den Auftrag zum Zeugnis, sondern vor allem die Kraft, den Auftrag auszuführen. Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird und werdet meine Zeugen sein, in Jerusalem, ganz Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde. Das heißt also, Jesus will die Mission. Als erstes die Judenmission, das geht in Jerusalem los, in Samaria und Judäa und dann die Weltmission. Und damit die losgeht, damit die Christen losgehen in die Welt, da erhalten sie von Jesus einen Kraftstoff. Und das ist der Heilige Geist. Und den hast du, wenn du Christ bist, ja auch bekommen. Die Frage ist nur, ob du diesen Kraftstoff in Anspruch nimmst und wofür. Bei manchen Christen habe ich so den Eindruck, die halten den Heiligen Geist für einen Kraftstoff, der nur dazu da ist, damit sie selber besser vorwärts kommen, um bessere Christen zu werden und bessere Erfahrungen zu haben und neue religiöse Erkenntnisse zu kriegen. Das ist natürlich schön und gut, aber es stimmt etwas nicht, wenn der Heilige Geist für alle möglichen Zwecke beansprucht wird, aber bloß nicht für den Zweck, für den er zuallererst gegeben worden ist. Der Heilige Geist ist eine zweckbestimmte Gabe Gottes. So wie die Kollekte, die wir heute sammeln, ja auch eine zweckbestimmte Gabe ist. Es gibt viele gute Zwecke in der Welt, für die man sich einsetzen kann. Aber von dem Geld, was wir heute gesammelt haben für die Rundfunkmission in Afrika, da können wir nicht Geld für irgendwelche anderen guten Zwecke abzweigen. Das wäre ja eine Veruntreuung eurer Gabe. Es ist eine Veruntreuung der Gabe Gottes, wenn du den heiligen Geist, der für den Zweck der Mission gegeben worden ist, bloß zur Sanierung deines eigenen geistlichen Innenlebens einsetzt.
Jesus hat den heiligen Geist nicht versehen mit dem Stempel: "Nur zum innerkirchlichen Dienstgebrauch!" Im Gegenteil, er hat ihn ausdrücklich abgestempelt für die äußere Mission. Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein bis an das Ende der Erde. Denn um an das Ende der Erde zu gehen, da genügt nicht so ein bisschen Abenteurer-Tum. Da brauchst du schon ein bisschen mehr Kraft. Die Abenteuerlust, die verdampft sehr schnell, wenn du in ein Land kommst, wo du die Sprache nicht kennst, wo du mit deinen eigenen Händen dein Haus bauen musst, was dann auch paar Jahre von den Ameisen zerfressen wird, wo es kein Wasser aus Wand gibt, keine Elektrizität, keine medizinische Betreuung, Eiseskälte, wahnsinnige Hitze, Moskitos, was weiß ich. Die vielen Missionare, die buchstäblich bis an die Enden der Erde gegangen sind, die bis in die letzten Winkel auf die fernsten Inseln gefahren sind, die und ihre Frauen, das sind für mich die wahren Geisteshelden der Menschheitsgeschichte. Das sind für mich die waren Charismatiker, die erfüllt waren von der Kraft des Heiligen Geistes und die nur ein einziges Ziel hatten, nämlich den Menschen in der Welt den Namen von Jesus bekannt zu machen. Und zu diesen Helden da gehören auch meine eigenen Eltern. Die haben in der Leipziger Mission gearbeitet. Und weil heute Muttertag ist, da will ich mal sagen, dass ich zu diesen Geisteshelden und Charismatikern auch meine Mutter zähle. Die hat dort in Indien in der mörderischen Hitze ihre Gesundheit verloren, die hat dort einen Sohn verloren. Und erst der jüngste Tag wird mal offenbar machen, wie viel Leid, wie viele Tränen, wie viel Opfer und wie viel Kämpfe nötig waren für alle diese Missionare. Damit sie als Zeuge von Jesus in der Welt leben konnten, von der Welt unbeachtet, von vielen verachtet, heute noch von manchen Leuten in der Kirche, die offenbar keine Ahnung haben, als Kolonialistenknechte verspottet, obwohl es doch die Missionare gewesen sind, die das gesamte medizinische Gesundheitswesen und das Schulwesen in der dritten Welt aufgebaut haben.
Übrigens, unsere Kirche, die deutsche Kirche die gehört in Sachen Mission zur faulsten in der ganzen Welt. Deutschland hat zwar eine der reichsten Kirchen in der Welt, eine der interessantesten und anspruchsvollsten Theologien, überall die große Klappe, aber in der Weltmission ganz hinten in der Statistik das Schlusslicht. Es leben auf der Erde 5,8 Milliarden Menschen und 1,9 Milliarden sind davon Christen, das sind 33,5 Prozent der Weltbevölkerung und alle anderen, der Rest, die haben den Namen von Jesus noch nie gehört. Also das ist doch nach 2000 Jahren christlicher Kirchengeschichte ein ganz fatal klägliches Ergebnis. Die fehlende Mission ist der Verrat der Kirche an Jesus. Und auch dich wird Jesus im Gericht ja mal fragen, was du für die Weltmission getan hast. Und ich frage dich gleich mal heute, was tust denn du für die Weltmission? Betest du, und zwar täglich, für die Mission? Spendest du und zwar reichlich für die Mission? Das ist eine Christenpflicht. Es ist die oberste Christenpflicht dafür zu sorgen, dass jeder Mensch den Namen von Jesus erfährt. Denn das ist wiederum das oberst aller Menschenrechte. Dass die Menschen wenigstens erfahren, dass es einen Erlöser gibt.
Kommen mir jetzt nicht mit dem Argument, dass es bei uns in Deutschland vor der eigenen Tür genug Heiden und genug Probleme gibt, um die wir uns kümmern müssten. Das stimmt. Wir leben heutzutage in Deutschland mitten in einem Missionsgebiet. Aber das ist doch kein Grund, den Rest der Welt zu vergessen. Mensch, eine ganze Welt wartet auf Erlösung. Und du sitzt hier und kämpfst den heroischen Kampf in deiner Seele, ob du nachher zur Missionskollekte eine oder zwei Mark springen lässt. Ich wundere mich sowieso über die Sesshaftigkeit und die Klebrigkeit der jetzigen jungen Generation. Euch steht eine ganze Welt offen, aber ihr klebt am heimischen Herd in Deutschland, übt euch jeden Abend in Ausländerfreundlichkeit, in der man in einer anderen Pizza-Bude Pizza essen geht. Die deutschen Fußgängerzonen, die sind verstopft mit lauter frittenfressenden Fanta-Fans. Auf dem Arbeitsmarkt tretet ihr euch gegenseitig auf die Flossen.
Und dann gibt es nicht genug Stellen für Pfarrer, für Lehrer, für Ärzte. Aber die Welt, die Welt die schreit nach Ärzten, nach Pfarrern, nach Lehrern und vielen anderen. Es gibt in jedem Jahr eine Liste der deutschen Missionsgesellschaften mit 4.000 Angeboten, mit 4,000 freien Stellen. Ein paar von der Liste liegen noch hier, die könnt ihr euch nachher holen, wen das interessiert. Da geht es nicht bloß um Missionare und Prediger und Krankenschwestern, da kannste vom Traktoristen bis zum Professor für Physik. Alle möglichen Berufe sind da aufgeführt und alle möglichen Punkte dieser Welt. 4.000 freie Stellen, wo Menschen in der Mission gebraucht werden, jedes Jahr. Ist da keiner unter euch, bei dem es jetzt klickt? Freunde, ich bitte euch, überlegt euch doch mal, wie ihr in eurer Situation dem Missionsbefehl gehorsam sein könnt. Sicher können wir nicht alle in die Mission gehen, aber es gibt doch verschiedene Möglichkeiten. Du kannst der Mission helfen durch das Gebet, durch das Geld. Oder durch das Gehen in die Mission. Erhebet eure Hintern von euren bequemen Fernsehsesseln und tut mal was für die Menschen in der Ferne, die sich nach Rettung sehnen. Leute, noch nie war die Weltmission so nötig wie heute. Der Auftrag zur Weltmission, das war das Letzte, was Jesus seinen Jüngern gesagt hat. Und ihr wisst ja, dass der letzte Satz, den ein Mensch mit Bewusstsein spricht, bevor er diese Welt verlässt, so ein letzter Satz hat ein ganz besonderes Gewicht. Und es ist ja kein Zufall, dass Jesus als Letztes, bevor er von seinen Jungen weggeht, als Letztes sie zur Welt-Mission einsetzt. "Ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Enden der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er aufgehoben zusehends und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg."
Dieser Vers beschreibt das, was wir Himmelfahrt nennen. Jesus redet mit seinen Jüngern, redet vom wichtigsten Thema, was er drauf hat, von der Weltmission, von der Rettung dieser Welt. Und auf einmal hebt er ab, Wolke davor und weg ist er. Die Jünger, die stehen da und sind baff und stieren und gucken nach oben und sagen: "Was isn jetzt los? Wo ist der jetzt hin? Wie find ich denn so was? Also selbst wenn die ein Fernrohr gehabt hätten, das hätte denen auch nichts genützt. Es gibt nichts zu sehen. Eine Wolke davor und der Vorhang ist zu. Natürlich fragen wir uns, wie ist denn das damals vor sich gegangen und wie sollen wir uns das vorstellen. Aber genau diese Frage, die gehört zu den falschen Fragen. Wenn du ins Theater gehst, da ist vor der Bühne ein Vorhang, und wenn der zu ist, da kannst du noch so angestrengt durch dein Opernglas stieren. Was dahinter passiert, das siehst du nicht, sollst du ja auch nicht. Geht dich überhaupt nichts an, wie die Bühne zum Szenenwechsel umgebaut wird. Himmelfahrt, das ist Szenenwechsel. Erst war Jesus auf der Erde und jetzt ist er im Himmel. Und wie das vor sich geht, das geht uns nichts an.
Ich begreife sowieso nicht, warum ausgerechnet zur Himmelfahrt alle Welt intellektuelle Bedenken und Schwierigkeiten hat, dass keiner mehr das glauben kann und dass das peinlich ist, da in die Kirche zu gehen, weil man eben an die Himmelfahrt angeblich nicht mehr glauben kann als vernünftiger Mensch. Während zu Weihnachten alle Welt in die Kirche reinrammelt, obwohl es da auch um nen Szenenwechsel geht, bloß in der rumgedrehten Richtung. Weihnachten feiern wir, dass Jesus aus dem Himmel zu uns auf die Erde gekommen ist. Ob du vom Himmel hoch da komm ich her oder zum Himmel da fahr ich hin, das spielt doch gar keine Rolle. Es ist doch in jedem Falle der gleiche Himmel. Natürlich ist es nicht der Himmel, an dem da draußen die radioaktiven Wolken ziehen. Deine ganzen intellektuellen Bauchschmerzen, die lösen sich in dem Augenblick in nichts auf, wenn du endlich mal zur Kenntnis nimmst, dass der biblische Himmel kein Ort ist, sondern dass der dort ist, wo Gott ist. Das ist kein Ort, sondern das ist eine Dimension. Der Himmel der Bibel, das ist nicht eine kosmische, sondern das ist ne geistliche Dimension, das ist die Dimension Gottes. Und wenn du das erste Mal geschnallt hast, dann haste keine Probleme mehr, mit der Himmelfahrt.
Wenn du allerdings den Himmel der Bibel mit dem Himmel über unsere Erde verwechselst und denkst, das wäre so ein Ort, der eben bloß ein paar Stockwerke über der Erde ist, also jedenfalls irgendein Ort irgendwo im Weltraum, also dann kann ich dir auch nicht helfen. Dann bist du genauso ein Primitivling wie der Jury Gagarin, nach dem die Straße mal eine Weile benannt war, an der diese Kirche hier steht. Der ist ja von seinem Weltraumflug wieder runtergekommen und hat also ganz naiv erzählt, er hätte da zum Fenster rausgeguckt und keinen Gott entdeckt. Also, solche mittelalterlichen Vorstellungen, die kannst du dir als moderner Christ natürlich nicht leisten. Da hat sich schon der Luther drüber lustig gemacht, dass es Leute gibt, die so denken, Jesus wäre auf so einer Art Leiter in den Himmel hochgestiegen. Ich habe jetzt gehört, dass ein Computer ausgerechnet hat, wenn Jesus damals mit Lichtgeschwindigkeit abgefahren wäre, da wäre der jetzt noch 718.000 Jahre unterwegs, um wenigstens bis zum Andromeda-Nebel zu kommen. Also wenn mit diesem Rechenexempel etwas klargestellt worden ist, dann nur das eine, es ist möglich, dass ein Computer zwar richtig rechnet, aber das Ergebnis trotzdem Blödsinn ist. Jesus ist weder unterwegs zum Andromeda-Nebel noch befindet der sich in irgendwelchen nebelhaften Gefilden, sondern der ist unterwegs zu dir.
Himmelfahrt heißt doch nicht, dass Jesus abhaut und sich von dir entfernt, sondern dass er sich dir nähert. Der Raumfahrer, der eiert irgendwo zwischen den Sternen rum. Jesus, der sitzt zwischen uns. Der Raumfahrer, der ist weit weg, aber Jesus ist dir ganz nahe. Der Raumfahrer, der isst ein Steckn Houston und der muss dann im Weltraum husten.
Der fährt von einem Ort zu einem anderen Ort. Raumfahrt ist Ortswechsel, aber Himmelfahrt ist Szenenwechsel. Und dazwischen liegen Welten. Und es geht überhaupt nicht darum, dass du dir das vorstellst, sondern dass du dich voll drauf einstellst auf die Szene, die jetzt in unser Gegenwart läuft. Die Szene, wo der Sohn Gottes als Mensch auf der Erde gewesen ist, die ist vorbei. Und jetzt lebt der Menschensohn als Gott im Himmel. Jetzt ist Jesus nicht mehr in Jerusalem oder in Israel, sondern jetzt ist er überall. Und jetzt ist es deine Sache, wie du mit Jesus verfährst. Und ob du ihn als den Herrn in dein Leben reinlässt. Und ob du seinen Geist in Anspruch nimmst. Wenn du aber sagst, nee, das ist nichts für mich, ich kann mit Jesus überhaupt nichts anfangen und solange ich mir nicht vorstellen kann, wie der da in den Himmel gefahren ist, also sowas müsste man erst mal selber sehen.
Also wenn das dein Problem ist, da kann ich dich beruhigen. Dafür gibt es eine Lösung. Das steht auch hier in der Bibel. Pass mal auf. Da heißt es nämlich: Dieser Jesus, welcher von euch in den Himmel auf-, von euch ist aufgenommen in den Himmel, wird so kommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. Die Bibel sagt also am Ende der Welt, da wird Jesus so vom Himmel kommen, wie er zum Himmel gefahren ist. Und das hat Jesus auch selber gesagt. Der hat gesagt, dann werden heulen alle Nationen auf der Erde und werden Kommen sehen den Menschensohn auf den Wolken des Himmels in seiner ganzen Kraft und Herrlichkeit. Und bei diesem Ereignis, da wirst du Augenzeuge sein. Die Bibel sagt, es werden ihn sehen, alle Augen, auch deine. Und dann musst du der Tatsache ins Auge sehen, vor der du bisher die Augen verschlossen hast. Nämlich der Tatsache, dass Jesus lebt, dass die Christen nicht gesponnen haben und dass die Bibel kein Märchenbuch ist. Und egal, ob an dem Tag, wenn Jesus wiederkommt, ob du da schon längst gestorben bist oder noch am Leben bist, bei dem Treffen mit Jesus, da bist du auf alle Fälle dabei. Denn die Toten werden auferstehen und die werden Jesus genauso sehen wie die Lebenden. Und dann wirst du zum Beispiel sehen, dass Himmelfahrt rauf oder runter für Jesus überhaupt kein Problem ist.
Unidentified Aber dann wirst du ein Problem haben. Nämlich das Problem, wie willst denn du vor Jesus bestehen? Denn Jesus kommt ja wieder als Richter, bevor er das Reich aufrichtet. Und dann ist dein Problem: Wie kannst du Jesus in die Augen sehen? Wie willst'n du Jesus in die Augen sehen, wenn du ihn im Leben abgelehnt hast? Was willst'n du, Jesus, antworten, wenn der dich fragt, warum du seine Einladung nicht angenommen hast in sein Reich? Womit willst'n du dich rausreden, wenn du Christ bist, wenn Jesus dich fragt, warum du dich immer vor der Kollekte für die Mission gedrückt hast und da deinen Geiz gezeigt hast? Du hast heute Abend die Möglichkeit, dass du Jesus als den Herrn deines Lebens annimmst. Sag's ihm doch.
Wenn du das willst, dann sag es ihm doch, sag doch, Jesus sei jetzt der Herr meines Lebens und ab jetzt will ich mit dir und für dich leben. Und dann hast du keine Probleme, wenn Jesus wiederkommt. Denn wenn du zu ihm gehörst, bekommst du im Gericht ja Freispruch. Dann kannst du deine Ewigkeit in seinem Reich verbringen. Das wird dann deine Himmelfahrt sein. Aber wenn du nicht zu Jesus gehörst, da fährst du ab in die Hölle. Und komm mir jetzt nicht mit dem Einwand, du könntest dir das alles, also die Hölle, die Himmelfahrt und Gericht und das Wiederkommen von Jesus, das könntest du dir alles nicht vorstellen. Kann ich mir auch nicht vorstellen, darum geht es auch überhaupt nicht. Nirgends steht in der Bibel, du sollst dir das vorstellen, aber an vielen Stellen steht in der Bibel: Du sollst dich darauf vorbereiten. Dass du Jesus als den Herrn deines Lebens annimmst, das ist der Sinn deines Lebens. Dazu bist du hier auf diesem Planeten. Oder noch einfacher ausgedrückt, du bist auf der Erde, um in den Himmel zu kommen. Und der Himmel, das ist der vorbereitete Platz für vorbereitete Menschen. Und ich wollte dir heute nur sagen, erstens, Jesus hat für dich einen Platz in seinem Reich vorbereitet. Und zweitens bereite du dich darauf vor, zu diesem Platz hinzukommen.
Und jetzt reden wir mit Jesus, und weil der nicht irgendwo ist, irgendwo im Weltraum, sondern weil er hier ist, da kann er uns auch hören und da hat das Gebet auch einen Sinn.
* Mai 1997, ohne Titel, ohne Ort (Jugendgottesdienst 176/209), https://www.sermon-online.com/de/contents/10986 (13.05.2026).